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Producer-Vertrag: Was reingehört (mit Muster-Gliederung)

Ein Beat ist schnell gekauft – aber wer darf was damit machen, und wer verdient wie mit? Ein Producer-Vertrag klärt das, bevor es Streit gibt.

Aktualisiert23. Oktober 2026Lesezeit10 MinutenVonkormmo Redaktion
KURZ ERKLÄRT
1Ein Producer-Vertrag regelt Leistung, Vergütung, Rechte und Credits zwischen Producer:in und Artist bzw. Label.
2Kernpunkte sind Fee, Masterbeteiligung (Punkte), Werkanteile, Rechteumfang und Credit.
3Leasing (nicht exklusiv) und Exklusivverkauf eines Beats sind zwei völlig verschiedene Deals.

Wann du einen Producer-Vertrag brauchst

Immer, wenn eine Produktion veröffentlicht wird. Ohne Vertrag ist unklar, wem die Aufnahme gehört, wer am Werk beteiligt ist und ob der Beat noch an andere verkauft werden darf. Das wird spätestens dann zum Problem, wenn der Song erfolgreich ist oder ein Label einsteigen will.

Producer-PunkteLEXIKON

Beteiligung von Produzent:innen an den Erlösen einer Aufnahme, in Prozentpunkten ausgedrückt.

Muster-Gliederung

Diese Punkte gehören in fast jeden Producer-Vertrag:

1. Parteien & ProjektWer mit wem, welcher Titel, welches Release.
2. LeistungBeat, Produktion, Arrangement, Mix? Lieferformat (Stems, WAV) und Termin.
3. VergütungFee, Fälligkeit und ob sie mit späteren Einnahmen verrechnet wird.
4. MasterbeteiligungPunkte bzw. Prozent – wovon genau und ab wann (oft nach Recoupment).
5. WerkanteileSongwriting-Anteile des Producers für die GEMA-Anmeldung.
6. RechteübertragungExklusiv oder einfach, Dauer, Territorium, erlaubte Nutzungen (inkl. Sync).
7. SamplesWer klärt Samples und haftet dafür?
8. CreditsWie der Producer genannt wird, z. B. „prod. by …“ in Metadaten.
9. AbrechnungWie oft abgerechnet wird und mit welchen Nachweisen.

Lease oder Exklusiv?

Bei einem Lease kaufst du eine nicht exklusive Lizenz: Der Beat darf weiter an andere verkauft werden, oft mit Grenzen bei Streams oder Verkäufen. Bei einem Exklusivkauf wird der Beat danach nicht mehr verkauft.

Achte darauf, ob ein Exklusivkauf frühere Leases beendet oder ob die weiterlaufen dürfen.

Steht im Lease eine Stream-Grenze, brauchst du ein Upgrade, bevor du sie überschreitest – sonst nutzt du den Beat ohne Lizenz.

Fee und Punkte richtig verbinden

Häufig bekommt der Producer eine Fee und zusätzlich Punkte am Master. Wird die Fee als Vorschuss auf diese Punkte behandelt, fließen weitere Zahlungen erst, wenn sie eingespielt ist. Das sollte ausdrücklich im Vertrag stehen.

Typische Streitpunkte

Diese Fragen solltest du vor der Unterschrift klären:

WerkanteilBekommt der Producer auch Songwriting-Anteile oder nur Masterpunkte?
SyncDürfen Film, Werbung oder Games den Song ohne extra Zustimmung nutzen?
RemixeWer darf Remixe oder Versionen erstellen?
EndeWas passiert mit den Rechten, wenn der Artist das Label wechselt?

Häufige Fragen

Gibt es ein kostenloses Muster für einen Producer-Vertrag?

Die Gliederung in diesem Artikel zeigt, was hineingehört. Für einen verbindlichen Vertrag solltest du ihn auf deinen Fall anpassen und von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Lease und Exklusiv?

Ein Lease ist eine nicht exklusive Lizenz, der Beat darf weiter verkauft werden. Beim Exklusivkauf wird er danach nicht mehr angeboten.

Muss ein Producer-Vertrag schriftlich sein?

Gesetzlich nicht immer, aber dringend empfohlen. Ohne schriftliche Vereinbarung lassen sich Rechte und Anteile später kaum beweisen.

Bekommt der Producer Geld von Streams?

Wenn er Punkte am Master oder Werkanteile hat, ja. Mit einer reinen Fee ist er in der Regel ausbezahlt.

QUELLEN & WEITERFÜHRENDES
  1. Urheberrechtsgesetz (UrhG) — §§ 31 ff. (Nutzungsrechte), § 85 (Tonträgerhersteller)
  2. kormmo Wissen — Wie funktionieren Producer-Splits?
iDieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für deinen konkreten Fall sprich mit einer Anwältin oder einem Anwalt für Musik- und Medienrecht.
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