Was ist Recoupment?
Recoupment beschreibt, wie ein Label oder Vertrieb vorgestreckte Kosten aus dem Anteil zurückholt, der dir zusteht. Wer das Prinzip versteht, liest Angebote anders.
Wie Recoupment funktioniert
Wenn ein Label dir einen Vorschuss zahlt, ist das in den meisten Fällen kein Geschenk und auch kein Kredit im klassischen Sinn. Es ist eine Vorauszahlung auf Geld, das dir später ohnehin zustehen würde: deinen vertraglichen Anteil an den Einnahmen.
Solange dieser Anteil den Vorschuss noch nicht „eingespielt“ hat, bleibt er beim Label. Erst wenn die Summe aus deinem Anteil die verrechenbaren Beträge übersteigt, wird der Überschuss an dich ausgezahlt.
Die Verrechnung von Vorschüssen und anderen rückholbaren Kosten mit den Einnahmen, die einer Künstlerin oder einem Künstler vertraglich zustehen.
Ein Beispiel zum Verschieben
Verändere Vorschuss, Anteil und jährliche Einnahmen. Die Säulen zeigen, wie sich dein Anteil über die Jahre aufsummiert, und ab wann der Vorschuss eingespielt ist.
Was verrechnet werden kann
Neben dem Vorschuss können Verträge weitere Kosten als „recoupable“ festlegen. Welche das sind, steht im jeweiligen Vertrag. Häufig genannt werden:
Cross-Collateralization
Manche Verträge erlauben, Kosten eines Projekts mit Einnahmen eines anderen zu verrechnen, etwa das zweite Album mit Erlösen des ersten. Das kann den Zeitpunkt, ab dem du Zahlungen erhältst, deutlich verschieben.
Häufige Missverständnisse
In vielen Verträgen ist der Vorschuss nur verrechenbar, nicht rückzahlbar. Was für dich gilt, steht in deinem Vertrag.
Nicht unbedingt. Recoupment wird mit deinem Anteil gerechnet, das Label behält seinen eigenen Anteil an den Einnahmen.
- Urheberrechtsgesetz (UrhG), §§ 85 f. — Rechte des Tonträgerherstellers
- GVL — Informationen für ausübende Künstlerinnen und Künstler
- kormmo Lexikon — Vorschuss, Royalty, Cross-Collateralization