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Was ist Recoupment?

Recoupment beschreibt, wie ein Label oder Vertrieb vorgestreckte Kosten aus dem Anteil zurückholt, der dir zusteht. Wer das Prinzip versteht, liest Angebote anders.

Veröffentlicht12. März 2026Aktualisiert2. Oktober 2026Lesezeit9 MinutenVonkormmo Redaktion
KURZ ERKLÄRT
1Ein Vorschuss ist Geld, das du vorab bekommst.
2Dein Anteil an den Einnahmen wird zuerst mit diesem Vorschuss verrechnet.
3Erst danach fließen weitere Zahlungen an dich. Diesen Punkt nennt man „recouped“.

Wie Recoupment funktioniert

Wenn ein Label dir einen Vorschuss zahlt, ist das in den meisten Fällen kein Geschenk und auch kein Kredit im klassischen Sinn. Es ist eine Vorauszahlung auf Geld, das dir später ohnehin zustehen würde: deinen vertraglichen Anteil an den Einnahmen.

Solange dieser Anteil den Vorschuss noch nicht „eingespielt“ hat, bleibt er beim Label. Erst wenn die Summe aus deinem Anteil die verrechenbaren Beträge übersteigt, wird der Überschuss an dich ausgezahlt.

RecoupmentLEXIKON · SUBSTANTIV

Die Verrechnung von Vorschüssen und anderen rückholbaren Kosten mit den Einnahmen, die einer Künstlerin oder einem Künstler vertraglich zustehen.

DIAGRAMM · WOHIN DAS GELD FLIESST
01Einnahmen aus Streams, Verkäufen, Lizenzen
→
Label-Anteil80 %
Dein Anteil20 %
→
ZUERSTVerrechnung mit Vorschuss
DANACHAuszahlung an dich

Ein Beispiel zum Verschieben

Verändere Vorschuss, Anteil und jährliche Einnahmen. Die Säulen zeigen, wie sich dein Anteil über die Jahre aufsummiert, und ab wann der Vorschuss eingespielt ist.

Vorschuss 10.000 €
Jahr 1Jahr 2Jahr 3Jahr 4Jahr 5Jahr 6
Bei diesen Annahmen ist der Vorschuss nach etwa 2 Jahren eingespielt.
In Deal-Ökonomie weiterrechnen →

Was verrechnet werden kann

Neben dem Vorschuss können Verträge weitere Kosten als „recoupable“ festlegen. Welche das sind, steht im jeweiligen Vertrag. Häufig genannt werden:

AufnahmekostenStudio, Produktion, Mix, Mastering
Videoproduktionoft ganz oder teilweise
Marketingje nach Vertrag ganz, anteilig oder gar nicht
Tour-SupportZuschüsse für Live-Auftritte

Cross-Collateralization

Manche Verträge erlauben, Kosten eines Projekts mit Einnahmen eines anderen zu verrechnen, etwa das zweite Album mit Erlösen des ersten. Das kann den Zeitpunkt, ab dem du Zahlungen erhältst, deutlich verschieben.

Häufige Missverständnisse

„Ich muss den Vorschuss zurückzahlen.“

In vielen Verträgen ist der Vorschuss nur verrechenbar, nicht rückzahlbar. Was für dich gilt, steht in deinem Vertrag.

„Nicht recouped heißt, das Label verliert Geld.“

Nicht unbedingt. Recoupment wird mit deinem Anteil gerechnet, das Label behält seinen eigenen Anteil an den Einnahmen.

QUELLEN & WEITERFÜHRENDES
  1. Urheberrechtsgesetz (UrhG), §§ 85 f. — Rechte des Tonträgerherstellers
  2. GVL — Informationen für ausübende Künstlerinnen und Künstler
  3. kormmo Lexikon — Vorschuss, Royalty, Cross-Collateralization
iDieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für deinen konkreten Vertrag sprich mit einer Anwältin oder einem Anwalt für Musik- und Medienrecht.
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